Entstehung ermöglichen, ohne Vollständigkeit vorwegzunehmen
Zuerst entsteht, was ein Anfang braucht. Feinere Unterscheidungen wachsen später aus der Nutzung, die wirklich stattfindet.
Daumenregel
Wenig vorwegnehmen und bereitstellen, was der Anfang braucht.
Komplexe soziale Zusammenhänge lassen sich nicht vollständig vorausplanen. Was Menschen brauchen, zeigt sich häufig erst, wenn sie loslegen.
Deshalb entstehen zuerst die Strukturen, mit denen etwas anfangen und sichtbar werden kann und in denen es sich erproben und weiterentwickeln darf. Alles Weitere differenziert sich an Nutzung, Erfahrung und Resonanz aus. Was irgendwann gebraucht werden könnte, zählt dabei weniger.
Der übliche Reflex
Naheliegend scheint, das Konzept erst vollständig zu durchdenken und jeden denkbaren Fall abzudecken, bevor es losgeht. Das fühlt sich verantwortungsvoll an.
Dadurch beginnt das Lernen später. Außerdem entstehen Strukturen für Fälle, die nie eintreten. Gepflegt und erklärt werden sie trotzdem, und irgendwer schleppt sie mit.
Was für den Fall der Fälle gebaut wurde, lässt sich am schwersten wieder abbauen, weil es ja nie geschadet hat.
Was daraus folgt
Gefragt ist das Wenigste, das gebraucht wird, damit etwas beginnen und sich zeigen kann.
Das heißt, mit dem anzufangen, was der erste wirkliche Fall verlangt, und Strukturen so anzulegen, dass man sie überprüfen, anpassen und auch wieder zurückbauen kann. Erweiterungen leiten sich aus Erfahrung ab. Und in regelmäßigen Abständen lohnt der Blick darauf, was inzwischen wegfallen könnte.
Grenzen
Manches muss vorher stimmen. Sicherheit, rechtliche Anforderungen, Datenschutz und alles, was sich später nur teuer oder gar nicht korrigieren lässt, wird vorab geklärt.
Stabilität braucht außerdem Formen, die genug tragen. Diese Formen können sich verändern, während das Ganze seine Orientierung behält, und genau das leistet maximale Offenheit nicht.
Verbindungen
- Orientierung vor Ordnung. Hier geht es darum, wann eine Struktur entsteht. Dort darum, wie fein sie unterscheidet.
- Bedingungen gestalten. Was hier Raum bekommt, muss auch tragen können.
- Meta-Perspektivenraum. Dort wird regelmäßig geprüft, was sich bewährt hat und was wegfallen kann.
- Organisationsentwicklung. Veränderung in kleinen, überprüfbaren Schritten.