Wissensraum
Hier entsteht eine erkennbare eigene Denkwelt, und auf die kann man sich stützen.
Hypothese
Wer sich in der eigenen Denkwelt besser orientieren kann, erkennt auch klarer, was anschlussfähig ist und was er selbst beitragen kann.
Wir bewegen uns in einer kaum überschaubaren Menge von Informationen, Ideen, Deutungen und möglichen Anschlüssen. Generative Werkzeuge haben sie noch einmal vervielfacht.
Bevor der Wissensraum fragt, was wir gemeinsam wissen, fragt er deshalb:
Was hilft mir, in der Vielfalt eine eigene Orientierung zu entwickeln?
Am Ende soll eine erkennbare Denkwelt stehen, also ein Zusammenhang, von dem aus sich einordnen lässt, was einem begegnet.
Worauf dieser Raum achtet
Welche Themen beschäftigen mich? Bestimmte Begriffe, Erfahrungen und Perspektiven prägen mein Denken, und manche davon werden zu Ankerpunkten. An einigen Stellen verschiebt sich meine Sicht gerade. Und manchmal öffnet sich in all dem eine Lücke im Lärm, in der wieder erkennbar wird, was zählt.
Anker als Koordinaten
Inhaltliche Metadaten tragen Bedeutung, denn Kernaussagen, Leitfragen, Schlüsselbegriffe und thematische Beziehungen spannen die Koordinaten einer Denkwelt auf.
Ein Vokabular, das jemand für sich oder eine Gemeinschaft zusammen gewählt hat, zeigt, welche Unterscheidungen relevant sind und welche Fragen gestellt werden.
Ein Anker lädt ein, aus einer bestimmten Perspektive zu erkunden, was in seiner Nähe liegt. Was dort gedacht wird, bleibt offen.
Aus demselben Informationsbestand entstehen so für verschiedene Menschen verschiedene Wissenslandschaften. Erst durch diese Perspektivität kann Wissen bedeutsam werden.
Gleiche Bedeutung, andere Worte
Zwei Texte können dieselben Begriffe verwenden und Unterschiedliches meinen. Umgekehrt trägt manchmal eine völlig andere Formulierung denselben Gedanken.
Gesucht wird deshalb, was gedanklich in der Nähe dessen liegt, was mich gerade interessiert. Von hier führt eine Brücke zum Resonanzraum.
Wenn dieser Raum zu viel Gewicht bekommt
Zu viel Wissensraum löst Handeln leicht in immer weiterer Analyse auf. Irgendwann ist die Landkarte gut genug. Was folgt daraus?
Verbindungen
Eigenes aus dem Eigenraum lässt sich hier ausdrücken und festhalten und dann weiter erkunden. Aus semantischer Nähe kann im Resonanzraum Begegnung werden.
Wie viel Ordnung dafür nötig ist, beschreibt das Prinzip Orientierung vor Ordnung. Was das für Ablage und Dokumentation in Teams heißt, zeigt Wissensarbeit.
Schlüsselbegriffe