Collaborative Community

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Anwendung

Lernräume und Learning Communities

Lernen ist individuell. Gemeinsames Lernen setzt voraus, dass individuelle Wege aufeinander beziehbar bleiben.

Kontext

Lern- und Entwicklungsräume – Weiterbildungen, Peer-Gruppen, Communities of Practice – haben einen doppelten Auftrag: Sie sollen individuelle Entwicklung ermöglichen und zugleich einen gemeinsamen Bezug herstellen.

Typische Dynamik

Meist wird dafür eine gemeinsame Taktung gewählt: derselbe Inhalt, dasselbe Tempo, dieselben Termine. Das stiftet Bezug – und hat einen hohen Preis.

Wer schneller ist, langweilt sich. Wer anderes braucht, geht leer aus. Und weil Teilnahme Zeit kostet, sinkt die Beteiligung, sobald der Inhalt nicht genau passt.

Die Alternative – alle lernen für sich, mit gelegentlichem Austausch – hat das umgekehrte Problem: Die Beiträge stehen unverbunden nebeneinander.

Die Collaborative-Community-Linse

Die Inhalte dürfen sich unterscheiden – der Bezugsrahmen muss gemeinsam sein.

Gemeinsames Lernen entsteht, wenn unterschiedliche Wege aufeinander beziehbar bleiben.

Damit richtet sich die Gestaltung auf Anschlussfähigkeit: Woran kann jemand andocken, der drei Wochen gefehlt hat? Wie bleibt erkennbar, aus welcher Frage ein Beitrag entstanden ist?

Nicht

Wie bringen wir alle auf denselben Stand?

Sondern

Woran können unterschiedliche Stände sichtbar andocken?

Perspektivwechsel

Die wertvollste Ressource einer Lerngruppe sind meist die unterschiedlichen Anwendungskontexte ihrer Mitglieder – mehr noch als der geteilte Inhalt.

Gestaltungsmöglichkeiten

  • Beiträge mit der Frage verknüpfen, aus der sie entstanden sind – über das Thema hinaus.
  • Den Wiedereinstieg als Normalfall gestalten: Wer zurückkommt, steigt ein, ohne nachzuholen.
  • Unterschiedliche Anwendungskontexte konkret sichtbar machen.
  • Kleine verbindliche Vorhaben ermöglichen, an die sich nur bindet, wer mitmachen will.

Grenzen

Gemeinsame Taktung behält ihren Wert: Für gemeinsame Sprache und Vertrauen ist geteilte Zeit schwer zu ersetzen.

Anschlussfähigkeit senkt die Kosten der Beteiligung für alle, die motiviert sind. Die Motivation selbst muss aus anderen Quellen kommen.

Praktische Anschlussmöglichkeiten