Ausrichtungsraum
Wer gemeinsam handeln will, braucht zu Resonanz und Verbindung noch etwas dazu, nämlich eine Richtung, die alle teilen.
Hypothese
Eigenständigkeit und gemeinsame Richtung sind vereinbar. Damit beides zusammengeht, muss man die Verbindung ausprobieren und bewusst gestalten.
Die Motive dürfen auseinandergehen. Die Geschichten, die Menschen erzählen, auch, und dieselbe Situation darf für zwei Beteiligte ganz Verschiedenes bedeuten. Gute Kooperation fragt deshalb, ob eine Gruppe ausreichend ausgerichtet ist, um gemeinsam weiterzugehen.
Das kommt mit viel weniger Gleichheit aus. Verlangt wird dafür, dass die Gruppe praktisch handeln kann.
Worauf dieser Raum achtet
Gemeint ist Alignment, also das Ausrichten aneinander, und ebenso Direction, die Ausrichtung auf eine gemeinsame Richtung hin.
Was wollen wir miteinander verändern oder bewahren, und was erst möglich machen? Daran hängt die Frage nach der gemeinsamen Intention und nach einem Punkt, auf den sich alle ausrichten können. Manche Unterschiede dürfen bestehen bleiben. Welche? Und wie viel Gemeinsamkeit braucht eine Gruppe, um handeln zu können?
Geteilte Anker
Im Eigen- und Wissensraum setzt jeder seine Anker selbst. Hier legt eine Gruppe einige Anker ausdrücklich gemeinsam fest. Das betrifft den Gegenstand, die geltenden Grenzen und das Unverhandelbare, und daneben den Spielraum, der bleibt. Irgendwann stellt sich außerdem die Frage, woran man merkt, dass diese Anker zum gemeinsamen Handeln reichen.
Ausrichtung koordiniert Verschiedenheit. Die Unterschiede bleiben und bekommen eine gemeinsame Richtung.
Deshalb passt Konsent gut hierher, als ein Verfahren von mehreren. Eine Gruppe muss dabei nicht warten, bis alle maximal zustimmen. Es kann genügen, einen tragfähigen nächsten Schritt zu finden, gegen den niemand einen schwerwiegenden und begründeten Einwand hat.
Wenn dieser Raum zu viel Gewicht bekommt
Zu viel Ausrichtung ebnet Unterschiede ein. Muss jede Abweichung erst abgestimmt werden, geht genau die Vielfalt verloren, die den Zusammenhang wertvoll macht.
Verbindungen
Was im Resonanzraum Anschluss gefunden hat, bekommt hier probeweise eine gemeinsame Orientierung. Handlung wird daraus im Wertschöpfungsraum.
Wie eng sich eine Gruppe dabei bindet, beschreibt das Prinzip Lose Kopplung. Besonders gefragt ist dieser Raum in organisationsübergreifender Kooperation, wo keine Hierarchie die Richtung vorgibt.
Mögliche technische Konsequenzen
Technisch könnte das auf gemeinsame Entscheidungsflächen hinauslaufen, auf denen Positionen und Einwände sichtbar sind. Ein Veto braucht dort eine Begründung. Ändert jemand seine Position, lässt sich das nachvollziehen, und Entscheidungen können zeitlich und inhaltlich begrenzt werden, je nachdem, welches Verfahren eine Gruppe gerade nutzt.
Welches Verfahren das ist, entscheidet die Gruppe selbst. Die Technik hilft ihr beim Koordinieren.
Schlüsselbegriffe