Ein konzeptioneller Rahmen für Kooperation
Gemeinsam etwas hinbekommen. Und dabei lebendig bleiben.
Was wollen wir zusammen erreichen? Gelingt uns das? Und wie ist es, dabei miteinander unterwegs zu sein? Um diese einfachen Fragen geht es bei Zusammenarbeit, also um Handlungsfähigkeit und Lebendigkeit, für jeden selbst und miteinander.
Collaborative Community ist eine Architektur für gemeinsame Handlungsfähigkeit dort, wo eine feste Organisation zu eng und ein loses Netzwerk zu unverbindlich wäre.
Der Ausgangspunkt
Zu lose oder zu fest. Beide Wege führen in denselben Gestaltungsraum.
Wo gemeinsames Handeln schwerfällt, passt die Lage erstaunlich oft zu einer von zwei Bewegungen. Die starten an entgegengesetzten Enden und kommen an derselben Stelle an.
„Da wäre eigentlich Potenzial. Aber es kommt nicht genug zusammen.“
Menschen, Ideen und Ressourcen sind vorhanden, hängen aber zu wenig zusammen, um verlässlich gemeinsam zu wirken. Alles kann, nichts muss, und am Ende passiert wenig. Gebraucht werden mehr Orientierung, Verbindlichkeit und Koordination. Eine feste Organisation muss deshalb noch lange nicht her.
Typisch für lose Netzwerke, Freiberufliche, Ehrenamt, kleine Unternehmen, regionale Initiativen und thematische Communities.
„Wir sind gut organisiert. Ausgerechnet deshalb fällt es uns immer schwerer, beweglich zu handeln.“
Organisation, Rollen und Prozesse gibt es, doch sobald es dynamisch und komplex wird, werden sie sperrig, und aus dem Weg gehen kann man sich nicht. Hier fehlen lose Kopplung, lokale Handlungsfähigkeit und flexible Verbindung. Verlässlich soll es trotzdem bleiben.
Typisch für größere Organisationen, Querschnittsthemen, Transformationsvorhaben und Ökosysteme mit mehreren Institutionen.
Erkennt ihr euch in einer der beiden Bewegungen? Acht typische Situationen zeigen, wie das konkret aussieht, und ein kurzer Passungscheck hilft bei der Einschätzung.
Woran man es merkt
Vier einfache Wahrnehmungen.
Ob die Form passt, zeigt sich zuerst im Erleben und selten im Organigramm. Mit vier Fragen lässt sich genauer hinsehen, ohne die Ursache schon festzulegen:
- Lebendigkeit. Läuft bei euch vieles, und trotzdem fühlt es sich eher nach Funktionieren-Müssen an, während die Schaffensfreude ausbleibt?
- Selbstwirksamkeit. Gibt es viele engagierte Leute und dennoch oft das Gefühl, an den wirklich wichtigen Dingen wenig bewegen zu können?
- Begegnung. Ist die Zusammenarbeit sachlich in Ordnung, während menschlich und inhaltlich einiges auf der Strecke bleibt, das euch fehlt?
- Koordination. Wird bei euch viel geredet, geplant und organisiert, und die Dinge greifen trotzdem schlecht ineinander?
Manche dieser Reibungen lassen sich einfacher lösen. Wenn eine klare Zuständigkeit, ein besserer Prozess oder ein gutes Werkzeug das Problem vernünftig löst, ist das die bessere Wahl. Collaborative Community kommt dort ins Spiel, wo genau so etwas schon versucht wurde und nicht gereicht hat.
Die Leitidee
Wir vermuten, dass es häufig daran liegt, wie Orientierung, Wissen, Verantwortung, Beziehung und Handeln miteinander gekoppelt sind. Ein Kultur-, Motivations- oder Prozessproblem erklärt solche Reibungen dann nur zum Teil.
So viel Form herstellen, wie gemeinsame Handlungsfähigkeit braucht, und dabei genug Offenheit lassen, dass die Anpassungsfähigkeit erhalten bleibt.
Der Rahmen ist offen, und jeder Kontext füllt ihn anders. Zwischen Organisation und Netzwerk liegt ein eigener Gestaltungsraum. Schaut euch die Form eurer Verbindung genauer an und gestaltet sie dort anders, wo es sich lohnt.
Zwei komplementäre Zugänge
Wie wir herangehen und worauf wir schauen.
Ein fertiges Modell zum Übernehmen bietet Collaborative Community nicht. Es arbeitet mit zwei Zugängen. Jeder hat seine eigene Aufgabe, und beide gehören zusammen.
Sechs Prinzipien
Orientierung vor Ordnung · Lose Kopplung vor enger Bindung · Resonanz als Wahrnehmung von Bedeutung · Treuhänderschaft vor Besitzlogik · Bedingungen gestalten, die Kooperation tragen · Entstehung ermöglichen, ohne Vollständigkeit vorwegzunehmen
Zu den Prinzipien → Worauf schauen wir?Sechs Räume
Eigenraum · Wissensraum · Resonanzraum · Ausrichtungsraum · Wertschöpfungsraum · Meta-Perspektivenraum. Eine bewegliche Landschaft, in der man je nach Bedarf wechselt.
Zu den Räumen →Was kann ich hier tun?
verstehen
warum Collaborative Community entstanden ist und auf welchen Grundannahmen es ruht
prüfen
ob der Ansatz zu eurer Lage passt
erkunden
Prinzipien und Räume, mit denen sich Kooperation gestalten lässt
anwenden
was das für ein bestimmtes Fachgebiet heißen könnte
ausprobieren
Werkzeuge, die einzelne Ideen unterstützen
erleben
reale Communities, die diese Orientierung jede auf ihre Art umsetzen
Idee, Werkzeuge und reale Communities
Ein Ansatz, unterschiedlich verwirklicht.
Die Idee und die Gedanken dahinter beschreibt Collaborative Community. Die Co-Co Tools machen einiges davon praktisch nutzbar und erprobbar. Wie das bei realen Themen und in echten Kontexten aussieht, zeigen konkrete Collaborative Communities.